Beratung

Als KosmetikerIn können Sie Betroffenen nicht nur mit einer kosmetischen Behandlung der Rosacea-Haut helfen. Ebenso wichtig ist eine individuelle Beratung Ihrer Kunden rund um die häusliche Hautpflege und den persönlichen Lebensstil. Eine solche Beratung hat die Prävention von Rosacea-Krankheitsschüben zum Ziel. Dies kann gelingen, wenn Betroffene therapiebegleitend, also parallel zu ihrer medizinischen Behandlung ihre Alltagsgewohnheiten anpassen. Mit diesem Wissen und diesen Tipps können Sie Kunden mit Rosacea weiterhelfen:

Die Augen öffnen für Auslöser im Alltag

Sensibilisieren Sie Ihre Kunden dafür, dass so manche alltägliche und „normale“ Gewohnheit bei Rosacea Krankheitsschübe auslösen kann. So sollten Betroffene ihre Haut gut vor Hitze, Kälte, Wind, abruptem Temperaturwechsel und UV-Strahlung schützen. Empfehlen Sie ihnen, an sonnigen Tagen einen Sonnenhut zu tragen und Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30-50 zu benutzen. Dabei sollten physikalische Lichtschutzfilter gegenüber chemischen Lichtschutzfiltern bevorzugt werden. Raten Sie Betroffenen auch, starke körperliche Belastung und Stress zu meiden. Zu den sogenannten „Triggern“ gehören schließlich auch bestimmte Lebens- und Genussmittel, wie zum Beispiel scharfe Speisen oder Alkohol.

Hier finden Sie eine Übersicht über mögliche Auslöser sowie weitere Informationen, wie Betroffene Trigger meiden können.

Extra-Beratungstipp:

Empfehlen Sie Rosacea-Patienten, ein Rosacea-Tagebuch zu führen, in welchem sie Krankheitsschübe und mögliche Trigger dokumentieren. Auf diese Weise können Betroffene ihre persönlichen Auslöser identifizieren. Eine Tagebuch-Vorlage für Ihre Kunden finden sie hier.

Wichtig auch:

Ermutigen Sie Ihren betroffenen Kunden dazu, in regelmäßigen Abständen den Hautarzt aufzusuchen und die von ihm empfohlene medizinische Therapie nicht eigenständig abzusetzen. Durch das eigenmächtige Absetzen der Therapie, z. B. nach einer ersten Besserung, kann der Behandlungserfolg gemindert werden.

Rund um die häusliche Hautpflege beraten

  • Rosacea-Haut ist oft sehr trocken. Motivieren Sie Ihre Kunden dennoch, auf besonders fetthaltige Präparate zu verzichten, da sie die Haut reizen können.
  • Machen Sie Ihrem Kunden bewusst, dass es spezielle Produkte gibt, die auf die empfindliche Rosacea-Haut abgestimmt sind.  Auf spezielle Zusätze zur Tonisierung der Haut wie Hamamelis, Salbei oder Zinksulfat sollten Sie besser verzichten.
  • Ermutigen Sie Ihre Kunden, die Bindegewebsmassage täglich 5 – 25 Minuten lang selbst durchzuführen, und erinnern Sie sie regelmäßig daran.
  • Weisen Sie Ihre Kunden auf die Möglichkeit hin, mit speziellem Make-up Gesichtsrötungen zu kaschieren.

Sie möchten sich weiteres Hintergrundwissen rund um die Behandlung und Beratung von Kunden mit Rosacea aneignen? Nehmen Sie an unserer Kosmetik-Schulung teil! Darüber hinaus können Sie sich hier weiteres Informationsmaterial herunterladen oder sich mit Fragen zur Pflege der Rosacea-Haut an eine Kosmetikexpertin/einen Kosmetikexperten wenden.

Kunden helfen, wenn sie seelisch leiden

Viele Betroffene leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch unter ihrer Erkrankung – sind Rosacea-Symptome doch fast immer besonders auffällig im Gesicht sichtbar. Haben Sie den Eindruck, dass es einem betroffenen Kunden schlecht geht, hilft es ihm oft, wenn Sie dies ansprechen. Denn schon einige Hinweise können Patienten neue Perspektiven eröffnen:

  • Bei fortgeschrittenen Schweregraden lassen oft erweiterte Äderchen oder sogar Hautwucherungen das Hautbild unebenmäßig erscheinen. Ein Hautarzt kann Äderchen und vermehrtes Bindegewebe mit einer Laserbehandlung entfernen.
  • Vielen Betroffenen hilft es bereits, sich mit anderen Rosacea-Patienten über den Umgang mit Rosacea austauschen. So sind zum Beispiel unter dem Dach der Deutschen Rosazea Hilfe e.V. Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland organisiert.
  • Verweisen Sie Ihre Kunden auch auf die Angebote unserer Kampagne. So gibt es z. B. eine Facebook-Seite und einen YouTube-Kanal von „Aktiv gegen Rosacea“.
  • Geht es Betroffenen aufgrund ihrer Erkrankung bereits seit längerer Zeit psychisch schlecht, sollten sie professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. 

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